Im Zusammenhang mit Gender Diversity erhält das Thema Stereotypen (oder „unconscious bias“) immer mehr Beachtung. So enthält die Januarausgabe 2018 des Magazins Psychoscope der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen einen Schwerpunkt zum Thema „Frauen und Karriere“ und geht der Frage nach: Wie gelingen ausserordentliche Karrieren von Frauen – trotz Stereotypen und ungünstigen Bedingungen? Und in einem Artikel widmen sich Constantin Schön und Katja Rost vom Institut für Soziologie an der Universität Zürich dem Thema „Stereotype als Stolpersteine“.

Was ist ein Stereotyp?

Ein Stereotyp ist eine vereinfachte Beschreibung von Personen oder Gruppen. Sie ist meist sehr einprägsam, bildhaft und entspricht weitverbreiteten Vorstellungsbildern.

Stereotype helfen, eine komplexe soziale Welt zu verstehen und deren Eindrücke schnell zu verarbeiten. Stereotype sind allerdings auch problematisch, da sie die Realität zu sehr vereinfachen, insbesondere wenn es um komplexe Verhaltensweisen geht, wie z.B. das (geschlechtsspezifische) Verhalten von Managerinnen und Managern.

Stereotypisch werden Manager als selbstbewusst, bestimmend und wettbewerbsorientiert eingeschätzt. Diese Eigenschaften gelten gleichzeitig als typisch männlich und Männer werden daher als „natürliche Führungskräfte“ angesehen. Frauen, die eine Führungsrolle einnehmen, sind in einer schwierigen Lage. Entsprechen sie nicht dem Geschlechterstereotyp „teamorientiert, rücksichtsvoll, fürsorglich“, gelten sie als unsympathisch. Entsprechen sie den Erwartungen, die an sie als Frau gerichtet werden, werden sie häufig als untauglich für eine Führungsaufgabe eingestuft und seltener befördert.

Wie gehen Organisationen mit diesen Stereotypen am besten um?

Den Mitarbeitenden sollten gemäss der Autoren Tools und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um ihr Bewusstsein für verzerrte Erwartungen und Stereotype zu schärfen. Dies können zum Beispiel Führungsschulungen zu „unconscious bias“ sein. Entscheidend dabei ist, dass die Bekämpfung von Stereotypen und der damit verbundenen Diskriminierung Sache des Top-Management wird, d.h. das Thema muss strategisch verankert werden, um gezielt Gegenmassnahmen einleiten und Projekte vorantreiben zu können.

In den angebotenen „Unconscious Bias Trainings“ werden HR-Verantwortliche und Führungskräfte mit Inputreferaten und Übungen bezüglich kognitive Wahrnehmungsverzerrungen, wie z.B. Vorurteile, Stereotypen und andere Denkfehler sensibilisiert. Die anschliessende hoch praxisrelevante Workshoparbeit unterstützt die Teilnehmenden, „kritische Ereignisse“ zu erkennen und adäquate Gegenmassnahmen zu definieren.

Unser nächster öffentlicher Workshop zum Thema „Unconscious Bias im Unternehmen : Den Autopiloten im Gehirn überwinden“ findet am 10. April 2018 in Zürich statt. Weiter Informationen und Anmeldung hier.

Das Jahr 2018 könnte auf dem Thema Gleichstellung von Frau und Mann ein entscheidendes und richtungsweisendes Jahr werden.
Neben den Massnahmen gegen Lohndiskriminierung wird über die Einführung der Frauenquote im Parlament entschieden. Der Bundesrat plant für börsenkotierte Firmen mit mehr als 250 Angestellten eine Quote einzuführen. Frauen sollen künftig zu 30% in Verwaltungsräten und zu 20% in den Geschäftsleitungen der besagten Firmen vertreten sein. In der Tat besteht hier Aufholungsbedarf. Derzeit hinkt die Schweiz im internationalen Vergleich hinterher. Der Anteil von Frauen in den 100 grössten Schweizer Unternehmen beträgt 17 % in den Verwaltungsräten und lediglich 8 % in den Geschäftsleitungen.

Weiche Quoten

Allerdings sollen beim Nichterreichen dieser Quoten keine Sanktionen ausgesprochen werden. Die Unternehmen müssen in einem Vergütungsbericht erklären warum der Richtwert nicht erfüllt wurde und Massnahmen aufzeigen, die zu einer Verbesserung führen. Die Richtwerte und die Pflicht zur Berichterstattung sollen für den Verwaltungsrat drei Jahre und für die Geschäftsleitung fünf Jahre nach Inkrafttreten des neuen Rechts ihre Wirkung entfalten und für zehn Jahre gelten. Ein genauer Termin für die Abstimmung im Parlament ist noch nicht bekannt, die Rechtskommission des Nationalrates hat die Vorlage verabschiedet. Voraussichtlich soll es aber bereits im Frühling soweit sein.

Wir raten Unternehmen jetzt aktiv zu werden

Um den Frauenanteil zu erhöhen und den Aufstieg von Frauen ins Top Management zu ermöglichen, braucht es neben geeigneten Programmen und Massnahmen auch Beharrlichkeit und Geduld.
Das DOIT-smart Team berät und begleitet Sie aus neutraler Sicht bei der Umsetzung Ihrer Gender Diversity Strategie und hilft Ihnen mit konkreten Vorschlägen und passenden Produkten den gesamten Personal-Lifecycle zu verbessern.  Mit unserer Level 1 Analyse erfüllen Sie bereits die Anforderungen der Gesetzesrevision – die notwendigen Daten und Massnahmen für den Geschäftsbericht. Gleichzeitig erhalten Sie eine faktenbasierte Ausgangslage, welche es erlaubt, die Massnahmen im Hinblick auf Zielerreichung zu beurteilen und in einen grösseren Rahmen einzubetten.
Grosser Nachfrage erfreut sich auch unser Modul „Pipeline Kaderfauen“. Gerade im Zusammenhang mit einem höheren Frauenanteil in der Geschäftsleitung muss die Pipeline der weiblichen Nachwuchskräfte analysiert und Schwachstellen verstanden werden. Basierend auf einer quantitativen Analyse eruieren DOIT-smart Experten die Ursachen einer dünnen Pipeline an Kaderfrauen und unterbreiten dem Unternehmen massgeschneiderte und implementierungsorientierte Vorschläge, deren Erfolg über das Gender Diversity Dashboard gemessen werden. Die Nachhaltigkeit dieses Moduls kann mit einem zusätzlichen Block über „Unconsicous Bias“ verstärkt werden. Dieses Modul ist pro Businesseinheit realisierbar.

Die neuste Women Matter Studie von McKinsey steht unter dem Titel „Time to Accelerate“. Sie belegt, dass Gender Diversity entscheidende Vorteile für den Unternehmenserfolg bringen und dass gemischte Teams bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen.

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