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Frauenanteil in Schweizer Geschäftsleitungen – die Liste

Der Frauenanteil in Kaderpositionen Schweizer Firmen liegt mit 7-8 % auf sehr tiefen Niveau. (Quelle: Schilling Report) Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt kaum Fortschritte.

Aber weshalb unterschätzen viele Firmen noch immer den wirtschaftlichen Nutzen einer ausgewogeneren Geschlechterverteilung? Meist besteht keine direkte Absicht, den Frauenanteil im Kader bewusst tief zu halten. Allerdings ist der Appetit bei vielen Unternehmen gering, diesen Missstand zu beheben. Stereotypen und Biases sind oft stark ausgeprägt – diese unbewussten Denkmuster sind mit herkömmlichen Methoden kaum zu überwinden.

Um sich ein differenzierteres Bild der einzelnen Branchen zu machen, hat DOIT-smart die Vertretung von Frauen in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat der grössten Schweizer Unternehmen nach Branchen durchleuchtet. Die Analyse basiert auf öffentlich zugänglichen Daten, welche via Unternehmens-Webseite oder monetas.ch in der Zeit vom April bis Oktober 2018 verfügbar waren. Eine Übersicht der Unternehmen (inkl. Ranking) wird auf der DOIT-smart Homepage laufend veröffentlicht – weitere Branchen folgen.

Adval Tech (Branche: Industrie), Unilever Schweiz (Branche: Konsumgüter & Retail), Biogen Schweiz (Branche: Life Sciences), AXA Versicherungen (Branche: Versicherungen) und Schweiz Tourismus (Branche: Bundesnahe Unternehmen) weisen aktuell die höchsten Frauenanteilen in der Geschäftsleitung ihrer Branche auf. Im Branchenvergleich teilen sich Unilever und Biogen mit 50% Frauenanteil in der Geschäftsleitung die Spitze (vgl. Stars).

In rund 55% der untersuchten Unternehmen ist allerdings überhaupt keine Frau in der Geschäftsleitung zu finden (#Maennerkonzerne). Besser sieht es dagegen in den Verwaltungsräten aus, immerhin rund 73% der recherchierten Firmen haben mindestens eine Frau im Gremium.
In rund 20% von bisher über 130 untersuchten Unternehmen scheint die Geschlechterparität überhaupt keine Rolle zu spielen –  weder in der Geschäftsleitung noch im Verwaltungsrat sind Frauen anzutreffen.

Der DOIT-smart Beratungsansatz unterstützt und berät das Unternehmen aus neutraler Sicht bei der Umsetzung einer erfolgreichen Diversity-Strategie. Im Zentrum steht dabei ein betriebswirtschaftlich ausgerichtetes Gender Diversity Management. Ergänzend wird für die Standortbestimmung von DOIT-smart eine Analyse der Ist- Situation aus zwei Perspektiven – Mitarbeiter und Management – durchgeführt. Bestehende Strategien und Prozesse werden hinterfragt und analysiert, mit dem Ziel ein unternehmensspezifisches Gender Profil zu erstellen und aus den gewonnenen Erkenntnissen den Handlungsbedarf zu identifizieren.
In einer zweiten Phase werden in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Lösungen erarbeitet und passende Implementierungsvorschläge entwickelt. DOIT-smart begleitet das Unternehmen über den gesamten Prozess. So wird mit Hilfe eines Gender Diversity Dashboard (GDD© ) auf der Basis von Performance Indikatoren ebenfalls laufend der Umsetzungsfortschritt überwacht.

 

 

 

Der Hebel liegt bei den Beförderungen

Der kürzlich publizierte „Advance & HSG Gender Intelligence Report“ präsentiert die aktuellen Zahlen und Fakten zur Geschlechterverteilung in Schweizer Unternehmen. Die Ergebnisse basieren auf Rohdaten von 238’700 Angestellten aus 50 Unternehmen.

Gemäss der Studie konnten Verbesserungen bei der externen Rekrutierung mit positiven Pipeline Effekten erzielt werden. Ein weiteres erfreuliches Highlight ist die hohe Rückkehrquote (87%) von Frauen nach dem Mutterschaftsurlaub. Dies zeigt klar, dass die Bemühungen der Unternehmen bereits Früchte tragen – der Schweizer Durchschnitt liegt gemäss BFS nur bei 65%.

Hauptherausforderung für die Unternehmen ist die internen Beförderung von Frauen mit Potenzial. Das Missverhältnis beginnt bereits ab der 1. Managementstufe, mit grossen Auswirkungen auf den Gesamtkarriereverlauf. Obwohl das Geschlechterverhältnis im Sample fast 50:50 bei Mitarbeitenden ohne Managementfunktion ist, werden 58% Männer vs. 42% Frauen ins Management befördert. Als Haupterklärungsgründe werden die gläserne Decke von Teilzeitarbeit und unbewusste Wahrnehmungsverzerrungen bei Beförderungsprozessen, sowie eine Nichtachtung von Teilzeitpensen in Führungspositionen genannt.  (Weitere Ergebnisse/Download der Studie, finden Sie hier)

DOIT-smart beschäftigt sich eingehend mit dieser Thematik und hat aktive Beratungsmandate bei Industrie- und Dienstleistungsunternehmen im Bereich Pipeline Kaderfrauen (siehe Beratungsmodul).

Ausgangslage ist eine Analyse der Zahlen und dabei insbesondere Potential/Performance Ausprägungen und Biases sichtbar zu machen. Bei der Implementierung stehen über 100 Massnahmen und Produkte zur Auswahl, passend für den jeweiligen Entwicklungsstand vom Unternehmen. Vor allem Unternehmen die sich zwischen Phase 3 und 4 im DOIT-smart Phasenmodell befinden, ist oftmals ein Prozessredesign für den Beförderungsprozess unumgänglich.
Ein Prozess, welcher durch transparente Kriterien, Einbezug mehrerer Entscheidungsträger, aktivem Karriere Support für Frauen und durch Kompetenz männlicher Führungspersonen verbessert werden soll.